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Obamania
Obamania

Die Londonder Tageszeitungen an den Tagen nach der US-Wahl: Obamania

DAS Thema der Woche war natürlich, auch hier in London/England, der bemerkenswerte Wahlsieg von Barack Obama bei der diesjährigen Wahl zum US-Präsidenten. Obama schaffte es alles was ein paar Tage vor und nach dem Wahltag stattfand in den Schatten zu stellen (wie z.B. das ein schwarzer Engländer der jüngste Formel 1 Weltmeister aller Zeiten wurde oder die alljährliche Bonfire Night am Tag nach der Wahl, dem 5. November).

Auch mich hat natürlich das Geschehen rund um die US-Wahl ein Stück weit mitgerissen, nicht zuletzt, da ich ja für eine amerikanische Company arbeite. Ich schuate mir die News noch morgens bevor ich das Haus verlies im NTV-Livestream auf deutsch an. Bei uns im Office, war man Wochen vor der Wahl alles in allem zwar auch Pro-Obama eingestellt, aber als dieser dann tatsächlich die Wahl gewann, war die Stimmung im Office recht normal locker. Ich hatte mir etwas mehr Enthusiasmus von den Amis gewünscht (man hört dieser sei in Deutschland auch sehr stark gewesen), aber die meisten erwarteten wohl sowieso mit voller Zuversicht, dass Obama Bush ablösen würde. Wann muss Bush denn jetzt eigentlich sein Flat räumen? Am 20. Januar oder so? Und wie siehts aus mit der Kaution? Kriegt er die zurück? Ich denke eher nicht, soviel wie der in den 8 Jahren kaput gemacht hat 😀 Insgesamt hörte man ja bereits im Vorfeld der Wahl, dass die Bush-Regierung in 8 furchtbaren Jahren einen neuen Negativrekord aufgestellt hat, der sogar noch die schlechten Zahlen von Nixon übertrifft. Was mir an Obama am meisten gefällt ist, dass es ihm gelungen ist gerade die jungen Menschen wieder für Politik zu begeistern, sie auf ihrem Kommunikationsweg, dem Internet, zu erreichen, und, vor allem, sie wieder zum Wählen zu bringen. Die höchste Wahlbeteiligung bei einer Wahl nach dem 2. Weltkrieg dieses Jahr! Ich gratuliere Barack an dieser Stelle zum Sieg und wünsche ihm viel Erfolg dabei den Scherbenhaufen aufzuräumen, vor dem er steht. Ob er es schafft?, man wird sehen…Die Ära „Bush“ wird seit letzten Donnerstag auch hierzulande in den Kinos medial reflektiert, in Oliver Stones neuem Blockbuster „W.“

Zumindest wurde schonmal rund um die Welt gefeiert: so sollen auch die New Yorker Hip Hopper um P.Diddy, Jay-Z und Method Man eine fette Obama-Siegesfeier abgehalten haben, um den ersten afro-amerikanischen Präsidenten zu preisen. Hier in London überschlugen sich natürlich auch die Tageszeitungen mit einer Schlagzeile nach der anderen. Am Morgen nach der Wahl sah ich an jedem Kiosk, auf jeder Zeitung nur Obamas Bild. Mir viel es ästhetisch vor allem auf, da man selten ein so homogenes Bild quer durch den Blätterwald der Newspapers zu Gesicht bekommt.



R.E.M. live @ Twickenham Stadium, 30.08.2008

…meiner alter Freund Dominik Leßmeister vom ZDF hatte sich bereits ein halbes Jahr zuvor für dieses Wochenende angekündigt. Am Samstag nach der Party stand für uns das Konzert von R.E.M., einer unserer Lieblingsbands, auf dem Programm. Das Twickenham-Stadion, außerhalb von Richmond, im Londoner Südwesten, war bereits ausverkauft und mit Spannung erwartete ich u.a. auch die beiden tollen Support-Bands, the Guillemots und the Editors (von denen ich auch 2 Alben besitze). Das Ganze versprach somit ein toller Abend mit guter Live-Musik zu werden.

Dominik Leßmeister im Twickenham Stadium

Re-wind: halt! Das Problem war, dass ich immer noch verkatert vom Vorabend in South Kensington im Bett lag und erst mal neue Kräfte sammeln musste. Karen hatte in Windeseile die ganze Hütte schon alleine aufgeräumt(!) bevor wir anderen alle wach wurden. Alter Schwede, welch eine Leistung! Man versammelte sich dann etwas morgenmuffelig aber im Sonnenschein im Garten, rauchte eine Guten-Morgen-Zigarette oder gönnte sich ein kleines Frühstück. Lessi ruf mich also an, denn ich riet ihm mich besser in South Kensington abzuholen, da ich die Nacht kaum bei uns in Shoreditch verbringen würde. Und so kam er dann schnurstracks aus Heathrow nach Central London und meldete sich auf meinem Handy. Ich sprang noch eben unter die Dusche, etwas frisch machen, dann Björn verabschieden, der seinen Flug zurück nach Deutschland kriegen musste (ja, er war wirklich nur für die Party gekommen, wahnsinn!) und dann gings auch schon los. Ich traf Lessi an der South Kensington Station und wir machten uns auf den Weg in unser Flat.

Ca. 2 Stunden später waren wir auch schon vor dem Twickenham-Stadion und bereit für den Gig. Dominik schaffte es leider nicht rechtzeitig zur Party am Vorabend rüberzumommen, da er schon lange im Vorfeld buchte und die Umbuchung einfach zu teuer gewesen sei. Als ich ihm allerdings mitteilte, dass mindestens 12 Schwedinnen unter den Partygästen waren, ärgerte er sich etwas über die vertane Chance der Umbuchung 😀 Ich musste auch gleich mit dem nächsten kalten Bier mit ihm anstossten, immerhin war es für ihn ja ein Urlaubswochenende hier, da gilt es zu genießen! Ich versuchte meinen Restalkohol im Blut durch einen Foot-Long-Hotdog etwas zu vertuschen…die Sonne brannte auch an diesem Tag noch heiß, die Wetterbedingungen für das Openair-Konzert schienen perfekt.

Nach den beiden Vorbands, die Lessi wenig überzeugen konnten, (wir machten eher Späße über grob fahrlässig übergewichtige Englische Frauen in zu engen Klamotten), ging es auch endlich los mit R.E.M. Michael Stipes und seine Kollegen sorgten für einen schnellen und rockigen Auftakt, ließen es ordentlich krachen, mit Sachen vom neuen Album, von der „Monster“ und quer durch die 90er. Die Lichtshow, bestehend aus atemberaubenden Live-Visuals, war grandios! Der Live-Cam, die Stipes und Kollegen auf der Bühne aus allen Winkeln einfing, wurden bei jeden Song andere Linsen digital „aufgesetzt“, die die Band auf dem Bildschirm einmal wie hinter einem TV-Screen, einmal gefilmt durch ein iPhone erscheinen lies. Sehr kreativ! Nach einigen Songs machten R.E.M. ihren politischen Standpunkt klar. Michael Stipes: „It’s time that the Bush administration gets the fuck out of the office (…) I think it’s clear that we hate our goverment“ und „This first decade will end in a very positive way for our country and for the whole world“. Während dieser kleinen Ansprache wurde, das für den Wahlkampf der US-Demokraten, charismatische „Hope-Poster“ eingeblendet und es gab stürmenden Applaus für die Worte Stipes. Barack Obama leuchtete von den Screens ins Stadioninnere. Die Band betonte ihre Regierungskritik danach mit dem passenden Song „Ignoreland“ vom 1991er Album „Automatic for the People“.

R.E.M. spielten insgesamt volle 3 Stunden hervorragende Live-Musik und bereiteten uns einen tollen Abend. Nachdem viele Stücke vom aktuellen Album „Accelerate“ gespielt wurden, kamen in der Zugabe natürlich die Klassiker wie „Losing my Religion“ oder „Man on the Moon“. Leider schaffte es mein Handy aus der weiten Entfernung im Stadion diesmal nicht, gute Bilder einzufangen, daher hier ein ausgeliehenes Video eines anderen Youtube-Users, das den Song „Electrolite“ zeigt. Michael Stipes fordert die Massen auf, ihre leuchtenden Mobiltelefone in Richtung Bühne hochzuhalten, um das Ganze abfilmen zu können und es auf den großen Screens zu zeigen. Es sehe dann ein bisschen aus wie Los Angeles von den Hollywood Hills betrachtet… 😉



A song for Barack Obama

Dieser Blues sei dem frisch gekürten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten gewidmet (auch wenn bei Hillary wohl mehr Tränen fliessen dürften). Aufgenommen am vergangenen Samstag in London/Bankside, hinterm Borough Market. Enjoy!




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