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R.E.M. live @ Twickenham Stadium, 30.08.2008

…meiner alter Freund Dominik Leßmeister vom ZDF hatte sich bereits ein halbes Jahr zuvor für dieses Wochenende angekündigt. Am Samstag nach der Party stand für uns das Konzert von R.E.M., einer unserer Lieblingsbands, auf dem Programm. Das Twickenham-Stadion, außerhalb von Richmond, im Londoner Südwesten, war bereits ausverkauft und mit Spannung erwartete ich u.a. auch die beiden tollen Support-Bands, the Guillemots und the Editors (von denen ich auch 2 Alben besitze). Das Ganze versprach somit ein toller Abend mit guter Live-Musik zu werden.

Dominik Leßmeister im Twickenham Stadium

Re-wind: halt! Das Problem war, dass ich immer noch verkatert vom Vorabend in South Kensington im Bett lag und erst mal neue Kräfte sammeln musste. Karen hatte in Windeseile die ganze Hütte schon alleine aufgeräumt(!) bevor wir anderen alle wach wurden. Alter Schwede, welch eine Leistung! Man versammelte sich dann etwas morgenmuffelig aber im Sonnenschein im Garten, rauchte eine Guten-Morgen-Zigarette oder gönnte sich ein kleines Frühstück. Lessi ruf mich also an, denn ich riet ihm mich besser in South Kensington abzuholen, da ich die Nacht kaum bei uns in Shoreditch verbringen würde. Und so kam er dann schnurstracks aus Heathrow nach Central London und meldete sich auf meinem Handy. Ich sprang noch eben unter die Dusche, etwas frisch machen, dann Björn verabschieden, der seinen Flug zurück nach Deutschland kriegen musste (ja, er war wirklich nur für die Party gekommen, wahnsinn!) und dann gings auch schon los. Ich traf Lessi an der South Kensington Station und wir machten uns auf den Weg in unser Flat.

Ca. 2 Stunden später waren wir auch schon vor dem Twickenham-Stadion und bereit für den Gig. Dominik schaffte es leider nicht rechtzeitig zur Party am Vorabend rüberzumommen, da er schon lange im Vorfeld buchte und die Umbuchung einfach zu teuer gewesen sei. Als ich ihm allerdings mitteilte, dass mindestens 12 Schwedinnen unter den Partygästen waren, ärgerte er sich etwas über die vertane Chance der Umbuchung 😀 Ich musste auch gleich mit dem nächsten kalten Bier mit ihm anstossten, immerhin war es für ihn ja ein Urlaubswochenende hier, da gilt es zu genießen! Ich versuchte meinen Restalkohol im Blut durch einen Foot-Long-Hotdog etwas zu vertuschen…die Sonne brannte auch an diesem Tag noch heiß, die Wetterbedingungen für das Openair-Konzert schienen perfekt.

Nach den beiden Vorbands, die Lessi wenig überzeugen konnten, (wir machten eher Späße über grob fahrlässig übergewichtige Englische Frauen in zu engen Klamotten), ging es auch endlich los mit R.E.M. Michael Stipes und seine Kollegen sorgten für einen schnellen und rockigen Auftakt, ließen es ordentlich krachen, mit Sachen vom neuen Album, von der „Monster“ und quer durch die 90er. Die Lichtshow, bestehend aus atemberaubenden Live-Visuals, war grandios! Der Live-Cam, die Stipes und Kollegen auf der Bühne aus allen Winkeln einfing, wurden bei jeden Song andere Linsen digital „aufgesetzt“, die die Band auf dem Bildschirm einmal wie hinter einem TV-Screen, einmal gefilmt durch ein iPhone erscheinen lies. Sehr kreativ! Nach einigen Songs machten R.E.M. ihren politischen Standpunkt klar. Michael Stipes: „It’s time that the Bush administration gets the fuck out of the office (…) I think it’s clear that we hate our goverment“ und „This first decade will end in a very positive way for our country and for the whole world“. Während dieser kleinen Ansprache wurde, das für den Wahlkampf der US-Demokraten, charismatische „Hope-Poster“ eingeblendet und es gab stürmenden Applaus für die Worte Stipes. Barack Obama leuchtete von den Screens ins Stadioninnere. Die Band betonte ihre Regierungskritik danach mit dem passenden Song „Ignoreland“ vom 1991er Album „Automatic for the People“.

R.E.M. spielten insgesamt volle 3 Stunden hervorragende Live-Musik und bereiteten uns einen tollen Abend. Nachdem viele Stücke vom aktuellen Album „Accelerate“ gespielt wurden, kamen in der Zugabe natürlich die Klassiker wie „Losing my Religion“ oder „Man on the Moon“. Leider schaffte es mein Handy aus der weiten Entfernung im Stadion diesmal nicht, gute Bilder einzufangen, daher hier ein ausgeliehenes Video eines anderen Youtube-Users, das den Song „Electrolite“ zeigt. Michael Stipes fordert die Massen auf, ihre leuchtenden Mobiltelefone in Richtung Bühne hochzuhalten, um das Ganze abfilmen zu können und es auf den großen Screens zu zeigen. Es sehe dann ein bisschen aus wie Los Angeles von den Hollywood Hills betrachtet… 😉

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Karen and Jay’s Birthday Bash 2008

Tja, am vergangenen Dienstag wurde ich mal wieder ein Jahr besser und reifer. Danke Euch allen für die vielen Glückwünsche auf den vielen verschiedenen Kommunikationswegen! Meinen Arbeitskollegen hatte ich morgens an der Victoria Station schnell zwei Dutzent Krispy Kreme Doughnuts geholt (mmhmhmh!), worüber die meisten sehr happy waren. Neben der obligatorischen Geburtstagskarte, die jeder unterschreibt, wurden mir sogar noch ein paar kleine Präsente zuteil, wie zB eine Box Celebrations mit Süssigkeiten sowie gleich 2 Gutscheine, einen für HMV und einen für Ticketmaster. Man sind die so nett! Danke auch den Kollegen an dieser Stelle!

Da mein B-Day ein gewöhnlicher Arbeitstag war, ging ich abends ganz gemütlich mit meinen Mitbewohnern und unserem Kumpel Hamid ins Jaguar Shoes auf der Shoreditch High St, einen trinken. Was war aber mit einer Geburtstagsparty??? Tja, die veranstalteten wir aus besagten Gründen am Wochenende zuvor schon! Unsere Freundin Karen, die hier au pair ist und nächste Woche bereits, nach einem Jahr, London wieder verlassen wird, bot mir an, ob wir denn unseren gemeinsamen Geburtstag nicht in der tollen Bude ihrer Gasteltern austragen sollten! Denn, Karen hat zufälligerweise auch noch am selben Tag wie ich Geburtsag! Der ganze Plan kam bereits einen Monat vorher auf, und so kreierten wir fix eine Facebook-Gruppe und luden alles ein was wir mögen etc. Ein anderes wichtiges Argument, warum wir die Feier vor und nicht etwa am Wochenende nach unserem Tag geben wollten, war, dass Karens Gastfamilie ausnahmsweise die letzen beiden Augustwochen im Urlaub in Miami verbrachte und wir somit sturmfrei in South Kensington hatten 🙂 Perfekte Voraussetzungen also für eine fette Hasuparty. Und so lud ich im Vorfeld auch ein paar meiner engsten Freunde aus Deutschland ein und am Ende kam neben Norman auch Björn, der auch bisher noch nie hier war. Tobi schaffte es diesmal leider nicht, da er an dem Tag ein Vorstellungsgespräch hatte, was allerdings überflüssig gewesen sei, wie er mir diese Woche mitteile, und er sich deswegen etwas ärgere…naja alles in allem wurde es dann auch ein sehr lustiger Abend. Typisch London, internationale Partygäste aus Frankreich, Finnland, Schweden, Südafrika, England, Deutschland und Spanien…Karen und ich sorgten, neben einem vollen Kühlschrank mit Alkohol, sogar für Leckereien. Ich machte viele kleine leckere Partyfrikadellen und Karen Brownies zum Nachtisch, eine unschlagbare Kombination, die bei den Gästen verdammt gut ankam. Das recht große Haus, indem das Ganze stattfand, bot den meisten auch genügend Schlafmöglichkeiten, um in Ruhe seinen Kater am nächsten morgen ausschlafen zu können. Das Wetter spielte auch mit und wir erlebten wohl einer der letzten milden Sommerabende bei dieser Fete. Am nächsten Morgen wurde ich sogar von Sonnenschein, der durch die Klappläden lachte, geweckt…doch meine Ruhe sollte bald gestört werden, denn mein Mobiltelefon erhielt einen Anruf von Dominik Leßmeister vom ZDF….



Deutschland-Schweden: 2:1
Juni 27, 2008, 9:00 am
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Gerade komme ich nach 3 Tagen Jobtraining aus Brighton zurück, rechtzeitig zum Halbfinale unserer Mannschaft. Um 7 kam ich zu Hause an, schnell umziehen, etwas frisch machen und dann um halb 8 aus dem Haus. Naim, unser Landlord, war zum Glück gerade hier, um ein Bett für unsere neue Mitbewohnerin aufzubauen, und er war dann auch so freunlich Robert und mich mit dem Auto ein Stück nach Shoreditch, zur Bar wo wir uns das Spiel angeschaut haben, mitzunehmen. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Nationalhymne an, allerdings war unsere Stammbar schon total überfülllt und der hauseigene Securitytyp verkündete mtihilfe eines Megafons: „Guys, we are full!“ Dann mussten wir eben ausnahmsweise in dem weniger beliebeten Laden nebenan schauen gehen, der an diesem Abend genau so brechend voll war: recht gemischtes Publikum, etwa 1/3 Türken und 2/3 Deutsche. Man trifft hier das ganze Jahr keine, aber wenn Deutschland spielt, stehen sie plötzlich alle neben dir and der Bar.

Unsere Freunde, mit denen wir uns trafen, schafften es auch nicht wesentlich früher zum besagten Ort und so schauten wir dann wenigsten das Spiel alle zusammen. Dämlich wie ich bin, hab ich gleich an der Bar dem ersten Engländer, der neben mir saß, mein halbes Bier aus dem Becher über den Rücken gekippt und es dann freundlicherweise mit meinem Deutschlandschweißband wieder von seinem Hocker gewischt…typisch Jacques…zum Glück hatte der seine Perle dabei und sah ziemlich verliebt aus, sonst hätte es bestimmt aufs Maul gegben…

Unter den Deutschlandfans war diesmal aber auch eine Schwedin namens Charlotte. Hierbei handelt es sich um unsere oben erwähnte neue Mitbewohnerin, die wir nach einem Monat anstrengendem Casting, beim zweiten Anlauf endlich gefunden haben. Sie wohnte bis dato eigentlich nur um die Ecke mit ihrem Freund zusammen aber irgendwie will sie da ausziehen, warum auch immer. Sie ist 24, arbeitet in der Modebranche, lebt seit 5 Jahren in London und ist super nett. War mit uns schon das ein oder andere Bierchen trinken, und eben auch beim Halbfinale. Jetzt gönnt sie sich gerade eine Woche Erholung zu Hause mit der Familie, den Schock, gegen Russland ausgeschieden zu sein, verdauen etc. Seitdem ist sie nun auch offizieller Deutschlandfan und wir hier im Flat 2 Deutsche und eine Schwedin, gutes Team soweit. Wir sind bereit fürs Finale und drücken Jogi und den Jungs fest die Daumen!

Charlotte aus Schweden




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