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8 kleine Jägermeister…
mein Team in alter Besetzung...eben noch 7, jetzt nur noch 5

mein Team in alter Besetzung...eben noch 7, jetzt nur noch 5

Die Finanzkrise macht auch in der City of London, wo sie ja teilweise mitkreiert wurde, nicht halt. Die „londonpaper“ titelte letzte Woche, dass bis 2010 wohl 370.000 Stellen in London verloren gehen werden. Schon jetzt gibt es bei englischen Firmen Regularien, die Einheimische bei Jobs bevorzugen sollen.

Auch bei meiner Firma standen die letzten 2 Wochen unter Spannung. Unser Hauptsitz in den Staaten entlies vor 2 Wochen, über Nacht, von Donnerstag auf Freitag, 10% der Belegschaft. Auch unser Office in London wurde betroffen. Und leider gerade auch noch mein Team! Es wurde entschieden, das es von 7 auf nur noch 5 Personen reduziert wird, die zusätzliche Praktiknatenstelle fällt in Zukunft auch weg. Auf Sparkurs für 2009…dementsprechend war die Stimmung in den letzten 14 Tagen recht angespannt und nicht gerade angenehm. Unserem Team wurden am Freitag morgen, direkt um halb 10, die knallharten Fakten auf den Tisch gelegt. Danach verkrochen wir uns erst einmal aus dem Office ins an die Victoria Station anliegende Starbucks-Café (ja genau: ich hasse Starbucks! Perfektes Ambiente für einen guten Tag zum Sterben, nicht wahr…?) Uns war allen bewusste, dass wir wohl bereits in der kommenden Woche so nicht mehr zusammensitzen und arbeiten könnten…in der darauf folgenden Woche wurde dann am Mittwoch entschieden, wär freiwillig oder gezwungen die Company verlassan werde…ich hatte dabei Glück im Unglück und hatte mir gerade an diesem Mittwoch einen Tag Urlaub gebucht, um eine Freundin vom Flughafen abzuholen, gutes Timing in diesem Fall. Am

der Team-Lunch am vergangenen Freitag lockerte auf und lenkte etwas ab...

der Team-Lunch am vergangenen Freitag lockerte auf und lenkte etwas ab...

Freitag darauf stand das neue reduzierte Team bereits fest. Ich war zum Glück noch dabei und darf meinen Job im Online Marketing Team fortsetzen…mit einem blauen Auge davon gekommen…zwar signalisierte mir meine Managerin, dass sie mit meiner Arbeit recht zufrieden war, auf der anderen Seite hatte ich allerdings auch das Quänchen Glück, dass ich alleine für den Deutschen Markt zuständig bin und daher keine wirkliche Konkurrenz um meine Stelle hatte. An diesem Freitag stand für die ganze Firma noch ein „Team Lunch“ auf der Tagesordnung, der auch nicht wirklich angemessen wirkte, da die man nun so gar nicht in guter Laune war. Ich muss gestehen, dass die ganze Sache allerdings noch recht entspannend wurde, da es auch etwas von den Geschehnissen der vergangenen Tagen ablenkte…

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Obamania
Obamania

Die Londonder Tageszeitungen an den Tagen nach der US-Wahl: Obamania

DAS Thema der Woche war natürlich, auch hier in London/England, der bemerkenswerte Wahlsieg von Barack Obama bei der diesjährigen Wahl zum US-Präsidenten. Obama schaffte es alles was ein paar Tage vor und nach dem Wahltag stattfand in den Schatten zu stellen (wie z.B. das ein schwarzer Engländer der jüngste Formel 1 Weltmeister aller Zeiten wurde oder die alljährliche Bonfire Night am Tag nach der Wahl, dem 5. November).

Auch mich hat natürlich das Geschehen rund um die US-Wahl ein Stück weit mitgerissen, nicht zuletzt, da ich ja für eine amerikanische Company arbeite. Ich schuate mir die News noch morgens bevor ich das Haus verlies im NTV-Livestream auf deutsch an. Bei uns im Office, war man Wochen vor der Wahl alles in allem zwar auch Pro-Obama eingestellt, aber als dieser dann tatsächlich die Wahl gewann, war die Stimmung im Office recht normal locker. Ich hatte mir etwas mehr Enthusiasmus von den Amis gewünscht (man hört dieser sei in Deutschland auch sehr stark gewesen), aber die meisten erwarteten wohl sowieso mit voller Zuversicht, dass Obama Bush ablösen würde. Wann muss Bush denn jetzt eigentlich sein Flat räumen? Am 20. Januar oder so? Und wie siehts aus mit der Kaution? Kriegt er die zurück? Ich denke eher nicht, soviel wie der in den 8 Jahren kaput gemacht hat 😀 Insgesamt hörte man ja bereits im Vorfeld der Wahl, dass die Bush-Regierung in 8 furchtbaren Jahren einen neuen Negativrekord aufgestellt hat, der sogar noch die schlechten Zahlen von Nixon übertrifft. Was mir an Obama am meisten gefällt ist, dass es ihm gelungen ist gerade die jungen Menschen wieder für Politik zu begeistern, sie auf ihrem Kommunikationsweg, dem Internet, zu erreichen, und, vor allem, sie wieder zum Wählen zu bringen. Die höchste Wahlbeteiligung bei einer Wahl nach dem 2. Weltkrieg dieses Jahr! Ich gratuliere Barack an dieser Stelle zum Sieg und wünsche ihm viel Erfolg dabei den Scherbenhaufen aufzuräumen, vor dem er steht. Ob er es schafft?, man wird sehen…Die Ära „Bush“ wird seit letzten Donnerstag auch hierzulande in den Kinos medial reflektiert, in Oliver Stones neuem Blockbuster „W.“

Zumindest wurde schonmal rund um die Welt gefeiert: so sollen auch die New Yorker Hip Hopper um P.Diddy, Jay-Z und Method Man eine fette Obama-Siegesfeier abgehalten haben, um den ersten afro-amerikanischen Präsidenten zu preisen. Hier in London überschlugen sich natürlich auch die Tageszeitungen mit einer Schlagzeile nach der anderen. Am Morgen nach der Wahl sah ich an jedem Kiosk, auf jeder Zeitung nur Obamas Bild. Mir viel es ästhetisch vor allem auf, da man selten ein so homogenes Bild quer durch den Blätterwald der Newspapers zu Gesicht bekommt.




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