Gerade komme ich nach 3 Tagen Jobtraining aus Brighton zurück, rechtzeitig zum Halbfinale unserer Mannschaft. Um 7 kam ich zu Hause an, schnell umziehen, etwas frisch machen und dann um halb 8 aus dem Haus. Naim, unser Landlord, war zum Glück gerade hier, um ein Bett für unsere neue Mitbewohnerin aufzubauen, und er war dann auch so freunlich Robert und mich mit dem Auto ein Stück nach Shoreditch, zur Bar wo wir uns das Spiel angeschaut haben, mitzunehmen. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Nationalhymne an, allerdings war unsere Stammbar schon total überfülllt und der hauseigene Securitytyp verkündete mtihilfe eines Megafons: “Guys, we are full!” Dann mussten wir eben ausnahmsweise in dem weniger beliebeten Laden nebenan schauen gehen, der an diesem Abend genau so brechend voll war: recht gemischtes Publikum, etwa 1/3 Türken und 2/3 Deutsche. Man trifft hier das ganze Jahr keine, aber wenn Deutschland spielt, stehen sie plötzlich alle neben dir and der Bar.
Unsere Freunde, mit denen wir uns trafen, schafften es auch nicht wesentlich früher zum besagten Ort und so schauten wir dann wenigsten das Spiel alle zusammen. Dämlich wie ich bin, hab ich gleich an der Bar dem ersten Engländer, der neben mir saß, mein halbes Bier aus dem Becher über den Rücken gekippt und es dann freundlicherweise mit meinem Deutschlandschweißband wieder von seinem Hocker gewischt…typisch Jacques…zum Glück hatte der seine Perle dabei und sah ziemlich verliebt aus, sonst hätte es bestimmt aufs Maul gegben…
Unter den Deutschlandfans war diesmal aber auch eine Schwedin namens Charlotte. Hierbei handelt es sich um unsere oben erwähnte neue Mitbewohnerin, die wir nach einem Monat anstrengendem Casting, beim zweiten Anlauf endlich gefunden haben. Sie wohnte bis dato eigentlich nur um die Ecke mit ihrem Freund zusammen aber irgendwie will sie da ausziehen, warum auch immer. Sie ist 24, arbeitet in der Modebranche, lebt seit 5 Jahren in London und ist super nett. War mit uns schon das ein oder andere Bierchen trinken, und eben auch beim Halbfinale. Jetzt gönnt sie sich gerade eine Woche Erholung zu Hause mit der Familie, den Schock, gegen Russland ausgeschieden zu sein, verdauen etc. Seitdem ist sie nun auch offizieller Deutschlandfan und wir hier im Flat 2 Deutsche und eine Schwedin, gutes Team soweit. Wir sind bereit fürs Finale und drücken Jogi und den Jungs fest die Daumen!
Nach 5 Jahren bei Arsenal bestritt unser Nationaltorhüter Jens Lehmann gestern das letztes Spiel für seinen Club. Beim letzten heimspiel gegen Everton, gönnte Arsène Wenger ihm noch einmal die letzten 20 Minuten, um das 1:0, das zum Sieg führte, auf dem Platz miterleben zu können. Jens wurde dann von den Arsenal Fans mit Standing Ovations und Beifall vom Platz verabschiedet. Sein Vertrag bei Aresnal wird nicht mehr verlängert, er hatte sich seinerseitss aber wohl auch schon dagegen entschieden in London zu bleiben. Damit verlieren wir dann leider einen deutschen “Nachbarn”, der 5 Jahre lang in Highgate/Camden wohnte…
Hier das Sky-Interview nach dem Spiel, zu seinem Abschied.
…titelte heute die Sun, zum Sieg meines Favoriten für das Amt des Mayor of London: Ben Johnson. Er bedankte sich in einem Leserbrief an die Wähler und versprach denen, die nicht für ihn gestimmt hatten, sie ebenfalls von guter Arbeit zu überzeugen. Vor allem die Kriminalität in London gilt es für Johnson und die Torries zu bekämpfen. Er konnte sich bei verhältnismässig geringer Wahlbeteiligung mit ca 140000 Stimmen mehr als Amtsinhaber Ken Livingtosn durchsetzen.
Während sich in Deutschland die meisten heute wohl in der Sonne räkeln und wahrscheinlich schon um die Nachmittagszeit herum leicht angetrunken sind, bin ich heute meinen bürgerlichen Pflichten als Londoner nachgekommen und war wählen! Denn hier finden heute die Wahlen zum Mayor of London statt. Die Hauptfavoriten auf das Amt sind der amtierende Ken Livingston der Labour Party und Boris Johnson von der Conservative Party (mehr Infos unter: www.londonelects.org.uk ).
Mein zuständiges ‘Wahllokal’ befand sich übrigens in mir vertrauten Räumlichkeiten, meinem Sports Community Center, in dem ich auch immer ins Fitnesstudio gehe. Da befindet sich auch ein kleiner Mehrzweckraum, in dem dann die Wahl durchgeführt wurde. Mal sehen ob es mein Wunschkandidat am Ende schafft…Am 1. Mai ist übrigens kein Feiertag in England, dafür gibts immer am ersten Montag des Monats Mai einen Bank Holiday.
Wahloffensive in Hackney Central (vor Town Hall/Library)
Dieser Blog entry ist mal Kaan, dem Boss meines part-time Jobs gewidmet, denn der ist wirklich die coolste Sorte von Chef, die man sich vorstellen kann. Kaan ist Türke, Nähe Istanbul aufgewachsen, 36 und hat ne 10 Jahre jüngere Frau und einen kleinen Sohn…typisch Türke! Er lebt seit 12 Jahren in London und erzählt des öfteren, dass er, als er hier her kam kein einziges Wort Englisch sprach…und jetzt klingt er wie ein Brite worauf er recht stolz ist, hab ich den Eindruck. Er fährt einen roten Minicooper Cabrio (sehr symphathisch) und geht jeden Freitag erst Golf spielen, dann eine Stunde Snooker und dann noch 2 Stunden Hallenfußball, die alte Sportskanone! Ansonsten wird natürlich viel Fußball mit Freunden geschaut (typisch Türke wieder). Ich musste ihn letzt Woche etwas trösten als Fenerbahce dann leider doch durch Ballack (Fussballgott) gegen Chelsea eine Niederlage einstecken musste…war n harter Tag für ihn, da geht er auch schon mal früher oder kommt den nächsten Tag nicht ins Büro…verständlich. Kaans Ziel ist es auch seinen kleinen Sohn zum nächsten, türkischen Rooney heranzuziehen, daran üben beide schon fleissig.
Natürlich hat er auch mindestens 3 Brüder, die alle hier leben und irgendwie, wie auch immer, mit in sein Business involviert sind. Wenn es mal wieder aus allen Wolken schüttet holt er mich auch ab und zu von der Tube Station mit dem Wagen ab, damit ich nicht laufen muss. Wenn er gut drauf ist, gibt er auch mal ein Essen aus etc. Also alles in allem kann man sich nciht beklagen. Kaan ist also Boss auf ganzer Linie. Nur in Sachen Frauen verstehen wir uns nicht ganz so: er hasst Blondinen (haha!), das sieht hier anders aus
Am vergangenen Wochenende war es dann endlich so weit. Anerkennung, Ruhm und Ehre wurde uns bei der offiziellen Graduation-Ceremony unserer Universität zu Teil. Die Business school war am Freitag, den 30. November 2007 an der Reihe. Die Feier fand im ‘Barbican’ Center, einem beliebten Veranstaltungsort in Nord-Osten der Stadtmitte statt. (vgl. http://www.barbican.org.uk/). Meine Kommilitonen und ich wurden also nach einem Jahr harter Arbeit endgültig zum Master of Science in International Marketing Management geschlagen. Zumindest waren 2/3 meines Jahrgangs zugegen…der Rest hatte es nicht geschafft (nochmal zu Erinnerung für alle: Ich habe meine Masterarbeit mit 1, die Gesamtnote mit 2 bestanden, alles klar!??? ).
Die Feier ging recht pünktlich gegen 2pm los, zuvor musste man noch anstehe, um beim Fotographen zu posieren und seine Bilder zu ordern. Dann hieß es den ‘gown’, also Umhang und Hut abholen, den man sich vorher via Internet reserviert hatte.
Der Tag repräsentierte einen schönen Abschluß zu dem Kapitel ’studieren’ meines Lebens. Ich sah noch einmal meine Dozenten und die meisten meiner Freunde aus der Uni an einem Ort versammelt. Zuerst wurden die ganzen Undergraduates mit ihren Bachelorn geehert, dann kamen alle Postgraduates, Dokotoranten etc. an die Reihe. Mit JAK hab ich nach der Feier erst einmal auf einen Jack Daniels-Cola bzw Vodka-Cola auf das erreichte Zeil angestoßen…am Abend wurde noch etwas weiter gefeiert. Hier ein paar Impressionen…
stolz mit Peter Taylor, dem Chef unseres Studiengangs, und Ahmed aus Paris.
Heute ma eine Anekdote zu einer meiner meistgehassten Markennamen neben Microsoft…Starbucks! Letzte Woche traf ich mich abends nach der Arbeit mit meinem ehemaligen Prof. Peter Taylor (man erinnere sich: Supervisor meiner Masterarbeit und Chef meiens Studiengangs) an der Victoria Station, da ich nebenbei noch an einem Online-Projekt mit ihm arbeite. Wir hatten also vor uns einen Ort zu suchen, um Kaffe/Tee und Internetnutzung zu kombinieren. In London generell kein Problem. Jedes Café, Restaurant etc besitzt heutzutage einen HotSpot, um kostenlos per W-Lan im Internet zu surfen…gerade auch an den Main Stations oder High Streets. Da sich direkt an der Ecke der Victoria Station ein Starbuckscafé befand, dachte ich, ok, drückst du mal ein Auge zu und gehst mit Peter zwecks Onlinebedarfs schnell zu Starbucks rein.
Und jetzt kommts: die Pisser wollten £5 für eine Stunde W-Lan Nutzung (übrigens von T-Mobile angeboten) von uns haben! Wir hatten bereits bestellt als Peter und ich plötzlich direkt einer Meinung waren, die lautete: ‘leckt uns doch am Arsch, ihr ******. Dann sind wir auf direktem Wege rückwärts wieder aus dem Schuppen raus und haben uns ein Restaurant eines Hotels paar Häuser weiter gesucht…wiedermal ein Beweis dafür, dass man Starbucks einfach nicht unterstützen sollte.
Hier nun ein paar weitere Gründe, Starbucks scheiße zu finden:
- man muss fast 7 Euro für einen Kaffee und einen Muffin zahlen
- man muss aber seinen klebirgen Tisch immer selbst abwischen, weil die blöden Studenten, die dort arbeiten nicht dazu in der Lage sind.
- im Starbucks sitzen nur Pseudointellektuelle und Juppie-Ärsche auf Ledersofas
- Starbucks tut so als ob sie Ahnung von guter Musik hätten, in dem Sie kommerziellen Jazz von Samplern spielen, weil sie denken, sie hätten Ahnung von Musik und Kaffee(haus)kultur.
Letzten Montag, den 12., hab ich meinen neuen Job gestartet. Als Sales & Marketing Executive für ne kleine aber feine Company im Südwesten von London, etwas außerhalb. Ich muss morgens also schon ne Stunde lang travellen aber das bin ich sowieso gewöhnt, da mein Campus auch nicht näher im Zentrum lag.
Die Menschen im Office sind alle sehr nice und im Durschnitt auch recht jung, so zwischen 25 und 35. Nur die Chefin und ein paar Übersetzter heben den Schnitt etwas Ansosnten fühlt man sich am Anfang immer wie ein Praktikant. Man weiß noch nix, kann noch nix. Aber das wird schon. Ich werde ganz gut angelernt, wie ich finde. Das Sales & Marketing Team besteht nun vorerst aus 5 Leuten inkl mir. Wir teilen und ein recht großes Büro. Chefin sitzt mit Buchalter nebenan, der Rest der Mannschaft ein Stockwerk untendrunter. Zu meiner Verwunderung arbeiten dort erschreckend viele Deutsche, wobei ich mir noch nicht sicher bin ob das gut oder schlecht ist. Die Chefin ist ebenfalls Deutsche, hat die Fimra gegründet und scheint sehr korrekt zu sein.
Das gute ist: ich habe Gleitzeit, kann von 8-10 morgens im Office sein und hab mit meiner inneren Uhr schon einen Deal abgeschlossen, dass wir so morgens um 7 aufstehn, um dann um 9 anfangen zu arbeiten. 9 to 5 exklusive Pause ist für mich eigentlich ganz vernünftig…nun ja mal sehn wie sich die ersten 3 Monate Probezeit so entwickeln…