Unsere Zwischenmieterin hier im Flat, Jenny, geht Ende des Monats wieder zurück nach Berlin. Da Mareile sich ja zwischenzeitlich endgültig gegen London und für Paris entschieden hat, stehen wir wieder einmal mehr vor der Aufgabe, den kleinen Single Bedroom an jemand neues zu vermieten. In London ist das kein Problem, da es rund um die Uhr Menschen gibt, die eine Wohnung/ein Zimmer suchen. Gibt man hier zum Beispiel bei Gumtree eine Anzeige auf, melden sich die ersten innerhalb von 2 Stunden per Email oder SMS bei einem. Flatmates zu finden stellt also generll kein großes Problem dar, die Kunst liegt vielmehr darin, den oder die richitge zu finden!
Bekanntlich habe ich hierbei in der Vergangenheit schon das ein oder andere mal ins Klo gegriffen, daher wird die Auswahl derzeit umso präziser getroffen. Die Hauptkriterien für Daniel und mich sind diesmal: 1. wieder eine Frau: die eine zieht aus, eine andere sollte kommen. Gemischte WGs sind einfach die besten, nur Frauen oder nur Männer wird schnell langweilig…man ergänzt sich einfach besser, ähnlich wie am Arbeitsplatz etc. 2. diesmal definitiv keine Deutsche: wir reden hier derzeit einfach zu viel deutsch, vor allem natürlich zu Hause. Unsere Bekanntenkreise bestehen ja zum Glück aus Menschen ganz verschiedener Nationen, aber wir 3 hier sind eben derzeit alle deutsch und da redet man außer Bayrisch ab und an kaum wirklich eine andere Sprache…das soll sich jetzt alles ändern! 3. Nichtraucherin sollte sie sein (kein must have, wäre aber definitiv von Vorteil für alle).
Vorgestern war schon die erste da. Anastasia, Russin (23), gestern die zweite. Gladys, Französin (24). Heute komm dann ne Italienerin…Valerie (26) und morgen die erste Nativspeakerin. Lindsey, Kanadierin (23). Klingt zwar alles recht ansprechend, ich weiß!, aber diesmal bin ich mit den Auswahlkriterien knallhart! Härter als Bohlen, d.h. wer zum Recall eingeladen wird muss schon nahe an die perfekte Mitbewohnerin herankommen. Dann werden Daniel und ich zusammen darüber entscheiden, wer am Ende schhließlich einziehen darf. Man wird sehen. Das Zimmer ist jedenfalls ab Montag, den 2. Juni 2008 verfügbar.
Nach 5 Jahren bei Arsenal bestritt unser Nationaltorhüter Jens Lehmann gestern das letztes Spiel für seinen Club. Beim letzten heimspiel gegen Everton, gönnte Arsène Wenger ihm noch einmal die letzten 20 Minuten, um das 1:0, das zum Sieg führte, auf dem Platz miterleben zu können. Jens wurde dann von den Arsenal Fans mit Standing Ovations und Beifall vom Platz verabschiedet. Sein Vertrag bei Aresnal wird nicht mehr verlängert, er hatte sich seinerseitss aber wohl auch schon dagegen entschieden in London zu bleiben. Damit verlieren wir dann leider einen deutschen “Nachbarn”, der 5 Jahre lang in Highgate/Camden wohnte…
Hier das Sky-Interview nach dem Spiel, zu seinem Abschied.
…titelte heute die Sun, zum Sieg meines Favoriten für das Amt des Mayor of London: Ben Johnson. Er bedankte sich in einem Leserbrief an die Wähler und versprach denen, die nicht für ihn gestimmt hatten, sie ebenfalls von guter Arbeit zu überzeugen. Vor allem die Kriminalität in London gilt es für Johnson und die Torries zu bekämpfen. Er konnte sich bei verhältnismässig geringer Wahlbeteiligung mit ca 140000 Stimmen mehr als Amtsinhaber Ken Livingtosn durchsetzen.
Während sich in Deutschland die meisten heute wohl in der Sonne räkeln und wahrscheinlich schon um die Nachmittagszeit herum leicht angetrunken sind, bin ich heute meinen bürgerlichen Pflichten als Londoner nachgekommen und war wählen! Denn hier finden heute die Wahlen zum Mayor of London statt. Die Hauptfavoriten auf das Amt sind der amtierende Ken Livingston der Labour Party und Boris Johnson von der Conservative Party (mehr Infos unter: www.londonelects.org.uk ).
Mein zuständiges ‘Wahllokal’ befand sich übrigens in mir vertrauten Räumlichkeiten, meinem Sports Community Center, in dem ich auch immer ins Fitnesstudio gehe. Da befindet sich auch ein kleiner Mehrzweckraum, in dem dann die Wahl durchgeführt wurde. Mal sehen ob es mein Wunschkandidat am Ende schafft…Am 1. Mai ist übrigens kein Feiertag in England, dafür gibts immer am ersten Montag des Monats Mai einen Bank Holiday.
Wahloffensive in Hackney Central (vor Town Hall/Library)
Am Samstag Abend gönnten wir uns wieder hervorragende Live-Musik einer meiner Lieblingsbands: Fat Freddy’s Drop aus Wellington, Neuseeland. Ich sah sie nun bereits zum 2. mal live in London und sie werden immer besser! Das ehemalige Apollo Theater in Hammersmith, tief im Londoner Westen, war mit ca. 5000 Leuten komplett ausverkauft, die Show war super. Rechts neben dem Text auf dem Link gibts ein kurzes Video vom Samstag Abend, unten ist ein Video vom Galstonbury Festival von letztem Jahr zum anklicken…enjoy!)
Es grünt und blüht und es hört nicht auf! Ja der Frühling steht vor der Tür und die Temperaturen bleiben allmählig zweistellig. Manche Deutsche tragen ja einige Vorurteile gegenüber Engländern mit sich herum, sie seien nicht so gut organisiert und sauber wie die Deutschen. In einer Sache allerdings kann sich der Deutsche noch eine Scheibe abschneiden was Pflege angeht. Natürlich beim Rasenmähen. Der Rasen ist hier heilig. Daher spielt es auch keine Rolle wenn noch nicht viel davon wächst, er wird auch zu Herbst und Winter gemäht.
Das heißt für uns: jeden 2. Tag wird man morgens schon vor dem Wecker aus dem Schlaf gerissen, da man sich zum Rasenmähen natürlich auch der modernsten Technik bedienen muss, die kaum zu überhören ist. Es findet sich hier bei uns im Court Yard auch gerne einen Rentner, der sich dazu berufen fühlt dem Rasen zu zeigen was ne Harke ist. Das geht dann meistens vor 8 Uhr los, naja das Leben ist zu kurz um zu spät aufzustehen oder so…Rentner sind ja soweiso Thema derzeit, da solle mal einer behaupten die hätten keinen Spaß in ihrem grauen Alltag. Man vgl. folgendes Beweismaterial:
Dieser Blog entry ist mal Kaan, dem Boss meines part-time Jobs gewidmet, denn der ist wirklich die coolste Sorte von Chef, die man sich vorstellen kann. Kaan ist Türke, Nähe Istanbul aufgewachsen, 36 und hat ne 10 Jahre jüngere Frau und einen kleinen Sohn…typisch Türke! Er lebt seit 12 Jahren in London und erzählt des öfteren, dass er, als er hier her kam kein einziges Wort Englisch sprach…und jetzt klingt er wie ein Brite worauf er recht stolz ist, hab ich den Eindruck. Er fährt einen roten Minicooper Cabrio (sehr symphathisch) und geht jeden Freitag erst Golf spielen, dann eine Stunde Snooker und dann noch 2 Stunden Hallenfußball, die alte Sportskanone! Ansonsten wird natürlich viel Fußball mit Freunden geschaut (typisch Türke wieder). Ich musste ihn letzt Woche etwas trösten als Fenerbahce dann leider doch durch Ballack (Fussballgott) gegen Chelsea eine Niederlage einstecken musste…war n harter Tag für ihn, da geht er auch schon mal früher oder kommt den nächsten Tag nicht ins Büro…verständlich. Kaans Ziel ist es auch seinen kleinen Sohn zum nächsten, türkischen Rooney heranzuziehen, daran üben beide schon fleissig.
Natürlich hat er auch mindestens 3 Brüder, die alle hier leben und irgendwie, wie auch immer, mit in sein Business involviert sind. Wenn es mal wieder aus allen Wolken schüttet holt er mich auch ab und zu von der Tube Station mit dem Wagen ab, damit ich nicht laufen muss. Wenn er gut drauf ist, gibt er auch mal ein Essen aus etc. Also alles in allem kann man sich nciht beklagen. Kaan ist also Boss auf ganzer Linie. Nur in Sachen Frauen verstehen wir uns nicht ganz so: er hasst Blondinen (haha!), das sieht hier anders aus
Ich habe gerade Besuch aus Düsseldorf. Mein guter Kumpel und ehemaliger Kommilitone Norman aus Oberkassel hängt seit Dienstag hier bisschen mit uns ab und wir genießen zusammen das verhältnismäßig gute Wetter. Wir beide als große Jazzfans haben uns gestern Abend, inspiriert von ihren alten Platten und dem Film ‘Good Night and Good Luck’, einen tollen Abend zusammen mit Dianne Reeves gegönnt. Die Performance fand in the Barbican statt, einer tollen Venue im Herzen der Stadt, die ich schon seit meiner Abschlußfeier der Uni kannte. Sie spielte zusammen mit ihrem hervorrgenden Quartett ca. 1 1/2 h großartigen Jazz, alte Sachen sowie Stücke der neuen Platte etc.
Dies ist ‘One for my Baby’, vom Soundtrack zu George Clooney’s Film. Enjoy!
Am Wochenende war Mareile wieder bei uns in London, um ihre ganzen Sachen in die Umzugskisten zu packen, die dann in ca. 3 Wochen von einer Speditionsfirma abgeholt werden. Wir sind alle sehr traurig, dass sie nicht mehr wieder kommen wird, aber sie hat sich eben gegen London und für Paris entschieden.
Reiles Praktikum in Luxembourg endet diesen Monat und sie hat sich für ein weiteres 6-monatiges in Paris beworben, dass sie dann Mitte April beginnt. Die Entscheidung nach Paris zu gehn hängt auch von ihrem neuen Freund ab, den sie schon sehr lange aus Luxembourg kennt. Er lebt eigentlich in Paris und studiert auch in London derzeit. Generell hatte Mareile aber etwas die Schnautze voll von London, natürlich nicht von unserer WG, aber von der Stadt selbst…